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0: Einführung
Worum geht's

Wir leben in verwirrenden Zeiten. Die Gewissheit der Moderne darüber, wie die Welt funktioniert, ist zerbröselt. Die Fragmente einer Welt, wie sie die Aufklärung konstruiert hat, schwirren um unsere Köpfe, vernebeln unsere Gedanken und lassen uns orientierungslos zurück. Was bedeuten heute schon noch Fakten? Was ist Wirklichkeit und was ist Fiktion?

Hier eine These und ein Vorschlag: Fiktion und Wirklichkeit sind auf eine Weise miteinander verwoben, welche den Versuch ihrer chirurgischen Trennung sinnfrei werden lässt. Fiktion scheint ein zentraler Baustein dessen zu sein, was wir als Wirklichkeit annehmen und erfahren. Modelle, Spekulation, Projektion, Prognosen, Abbildungen, Einbildungen (imaging and imagining), Fabulation und Erzählungen — sie alle beteiligen sich am Herstellungsprozess der Wirklichkeit, an ihrer Fabrikation. Die Werkzeuge, die wir heute dafür benutzen, sind mehr denn je umgeben von undurchdringlichen Black Boxes. Smartphones, die Fotos mehr errechnen als sehen. Algorithmen, die wissen, was wir in der Zukunft tun werden. Maschinen, die auf eine Weise lernen und miteinander kommunizieren, die wir nicht mehr nachvollziehen können.

Unsere Werkzeuge schreiben mit an unseren Gedanken, aber ihre Sprache können wir nicht mehr verstehen. Unser Vokabular ist eines der Vergangenheit und nicht eines der Gegenwart oder gar der Zukunft. Wir stecken in einer Krise der Erzählung.

Legen wir uns also in den Staub der Vergangenheit, blicken wir projizierenden Auges in jene die Aufklärung verschlingenden Black Boxes und versuchen ein Vokabular zu entwickeln, welches das Heute begreifen und das Morgen erzählen kann. Vergessen wir das Entweder-oder und umarmen wir das Sowohl-als-auch.

1: Bilder machen (von Dingen, die keinen Schatten werfen)
mit Tekla Aslanishvili
Bald

Wir leben in einer visuellen Kultur, sagt man so daher. Stimmt das überhaupt? Als Bildende/r KünstlerIn (engl. „visual artist“) beschäftigt man sich nicht zuletzt mit Bildern und dem Sehen. Was aber, wenn entscheidende Vorgänge unserer Gegenwart sich visueller Repräsentation entziehen, ja, ihr sogar entgegen stehen? Was, wenn die Bilder, die uns täglich begegnen mehr Fragen aufwerfen, als dass sie Antworten bieten können? Was, wenn sich das, was wirklich relevant ist, nicht mit den Augen wahrnehmen lässt? Sind wir am Ende dessen angelangt, was wir als eine Kultur des Visuellen bezeichnen?


Das Frontend der Welt mag aus Bildern bestehen, das Backend aber nicht. Bilder sind immer schon prozessiert, gefiltert, bearbeitet, handhabbar gemacht. Im Hintergrund finden sich wohl eher Zahlenreihen und Code — für Menschen unentzifferbar.


In Episode 1 soll der Frage auf den Grund gegangen werden, wie man Bilder machen kann von Dingen, die nicht abbildbar sind, wie Algorithmen im Unsichtbaren unser Leben strukturieren und was das für unser Verständnis der und unseren Zugang zur Welt bedeutet, der doch so stark von unserem Sehsinn abhängt.

2: Museen und Dinosaurier
Bald
3: Fabrikantenphantasien. Architektur und Kontrolle
Bald
4: Die Zukunft schreiben. Taktische Science-Fiction
Bald
5: Modelle bauen. Katastrophen und Rollenspiele
Bald
6: Gespenster. Saisonarbeiter der Aufklärung
Bald
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